Vereinsgeschichte

Der Ursprung des FC Urnäsch

Wir sind im Frühling / Sommer des Jahres 1969.

Eines Sonntags Morgen wie jeder andere, sassen einige Italiener und Spanier in einem Restaurant bei einem Kaffee. Wir fingen an über den Fussball zu diskutieren. Als Scherz kam mir die Idee, ein Fußballspiel zwischen den Ledigen und Verheirateten auf dem kleinen Platz „Feld“ in Urnäsch zu organisieren. Die Verlierer werden dann das Nachtessen im Restaurant bezahlen.

In der folgenden Woche musste alles organisiert werden. Fußballtore bauen, Platz zeichnen und auch ein wenig trainieren. In dieser Zeit waren viele junge Italiener und Spanier hier. Also war das Fußballspiel schnell vorbereitet.

Die Tore waren ein Problem. Am Montag während ich an der Arbeit war, kam mir die Idee sie aus Holzlatten zusammen zu bauen. Zu viert liefen wir am Mittwoch mit den Holzlatten auf den Schultern über die Wiese ins Feld. Wir gruben vier Löcher und stellten die Tore auf. Damit war unser Problem gelöst.

Am Samstagnachmittag holten wir vier Säcke Sägemehl und zeichneten den Platz. Am Sonntagnachmittag konnten wir das Spiel vor vielen Zuschauern durchführen. Das Spiel gewannen die Ledigen mit 3:1. Am Abend gingen wir alle ins Restaurant Taube und die Verlierer zahlten das Nachtessen. Aber die Siegermannschaft war so fair und zahlte uns die Getränke.

Nach dem Nachtessen schlug ich den Anwesenden einen Fussballclub Italo / Spagnolo vor. Der Vorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Noch am selben Abend haben wir ein Komitee gewählt, nachdem jeder von uns Fr. 25.– in die neue Club-Kasse gezahlt hat. Dieses Geld brauchten wir für die ersten Auslagen. Auslagen wie z. B. Tenüs und einige Bälle. Die Tenü-Farben sollten die gleichen wie die beim AC Milan sein. (Da ich ein Milan-Fan bin). Eine Woche später fuhr ich nach Mailand und kaufte für die ganze Mannschaft ein Tenüs und zwei Bälle.

Der gesammelte Betrag reichte dafür nicht aus. Also musste jeder Einzelne von uns nochmals Fr. 15.– in die Kasse zahlen. Nach Abzug aller Auslagen blieben uns noch Fr. 59.– in der Kasse.

Am nächsten Wochenende spielten wir in Bühler ein Freundschaftsspiel gegen den Heim-Club. Für uns war es ein großes Erlebnis die neuen Leibchen vor so vielen Zuschauer zu tragen.

In den nächsten Tagen mussten wir darüber nachdenken, wie wir uns für die Meisterschaft anmelden konnten. Corrado Pezzulla und mir kam die Idee Hr. Walter Biasotto um Hilfe zu bitten. Er fragte Kurt Mildner uns zu informieren und mit uns einen Termin abzumachen. Eines Abends sassen wir bei Kurt zu Hause und diskutierten darüber. Nach einer halben Stunde beschlossen wir den Fussballclub Urnäsch zu gründen, weil ein FC Italo / Spagnolo aus verschiedenen Gründen nicht möglich war. Wir waren sofort damit einverstanden und auch bereit zusammen zu arbeiten.

So haben wir an einem Abend eine Sitzung im Restaurant Krone organisiert. Kurt hatte einige Schweizer, Corrado und ich einige Italiener und Spanier eingeladen. Mit Walter Biasotto, Kurt Mildner und ca. 15 Fussballspielern wurde der Fussbaliclub Urnäsch 1969 gegründet.

Rosario Monaco

Die Geschichte und Entstehung des Fußballplatz

1969

Nach der Gründung des FCU begann die vorerst erfolglose Suche nach einem geeigneten Spielfeld.Trainiert wurde auf dem Turnplatz im Feld (ca. 20 x 40 Meter) und in der ausgebuchten Turnhalle konnte nur eine Stunde pro Woche belegt werden. Alle Meisterschaftsspiele wurden auswärts ausgetragen. Die Gründung der Juniorenabteilung verschärfte das Platzproblem in hohem Mass. In den Jahren 1972 bis 1976 durfte der FCU den Sportplatz Herrmoos in Bühler als Heimplatz benützen.

1972

Nach einer Umfrage bei den Sportvereinen liess der Gemeinderat ein Vorprojekt für die Sportanlage im Feld erstellen. Die gleichzeitige Planung für die Schulanlage Au zeigte dann, dass im Feld der Fussballplatz und die andern Anlagen bei der neuen Turnhalle zu erstellen wären.

1973

Durch den Kauf der Liegenschaft Feld und die Ãœbernahme der Zufahrtstrasse inkl. Brücke durch die Gemeinde, konnten nun konkrete Pläne gemacht werden. Erstmals konnte der FCU hoffen, doch einmal auf einem Heimplatz zu spielen. Das von den Architekten Bayer & Partner erstellte Projekt sah einem Spielfeld von 100 x 64 Meter vor. Der Kostenvoranschlag betrug Fr. 2285000.—. An diese Kosten wurden folgende Beiträge zugesichert: Kantonaler Sport-Toto-Fonds Fr. 45’000.-, SLL Sportplatzfond Fr. 15’000.-, TISCA-TIARA Stiftung Fr. 50’000.-, Total Fr. 110’000.-

Der Reingewinn des Dorffestes anlässlich des Appenzellerbahn-Jubiläums von Fr. 28’000.- wurde für den Sportplatz reserviert. Die Gemeinde musste noch ca. Fr. 90’000.- oder ca. 40% bezahlen.

1975

Es war soweit, im Herbst 1975 war Baubeginn. Nach umfangreichen Planierungen konnte das Spielfeld nach dem Intergreen-System erstellt werden. Die Ausführung entsprach den damaligen Normen des SFV.

1976

Dank schönem Wetter konnte der Rasen im Herbst angesät werden und noch vor dem Winter erstmals geschnitten werden.

1977

Am 3. September wurde der Platz vom OFV abgenommen und gleich anschliessend konnten die B-Junioren das Spiel gegen den SC Brühl auf dem neuen Rasen austragen. Am 11. September spielten die Aktiven erstmals auf dem neuen Platz und verloren gegen Teufen mit 0:1. Anschliessend zeigten die Urnäscher Sportler ihre Freude über die gelungene Sportanlage und feierten mit Spielen und Wettkämpfen, aber auch in der Festwirtschaft die Eröffnung des Platzes. Am 17. September trafen sich der FC Herisau und der FC Heiden vor 350 Zuschauer zum Finalspiel um den Appenzellercup. Der FCU lud vor dem Spiel die Behörden, OFV, AKFV und weitere Gäste zu einem Apero ein und feierte dankbar das Ende der langen Zeit ohne eigenes Spielfeld.

Werner Schüpbach